China

Wirkstoff: China

ABSTANDSHALTER - 50px

China

Chinarinde

ABSTANDSHALTER - 50px

Unter „China“ oder „Chinarinde“ versteht man die Rinde verschiedener Arten der Gattung Cinchona, die traditionell wegen ihres hohen Gehalts an dem Alkaloid Chinin auch schulmedizinisch zum Einsatz kommt.

Die ursprüngliche Heimat der Cinchona-Arten ist das tropische Amerika, v. a. der Osthang der Anden. In ihren natürlichen Beständen wachsen Chinarindenbäume vereinzelt oder locker verstreut. Durch den historischen Raubbau waren sie zeitweise von der Ausrottung bedroht.

Um den steigenden Bedarf an Chinarinde zu decken, wurden die Bäume seit dem 19. Jahrhundert gezielt in anderen Tropengebieten kultiviert, z.B. in Indonesien, Indien, Sri Lanka, Ost- und Zentralafrika, Südamerika und in Teilen Russlands. Heutzutage stammt der Rohstoff Cinchonae cortex (Chinarinde) überwiegend aus solchen Plantagenkulturen, meist aus Hybriden und Zuchttypen mit hohem Alkaloidgehalt.

Charakteristisch für Cinchona ist die starke Rindenbildung. Ab etwa dem 6.–10. Lebensjahr ist der Alkaloidgehalt so hoch, dass sich eine Ernte lohnt. In Plantagen werden die Bäume meist im Alter von 6–12 Jahren gefällt und samt Wurzeln gerodet („uprooting“), um Stamm-, Zweig- und Wurzelrinde zu gewinnen. Seltener schneidet man sie im Schlagwaldverfahren („coppicing“) zurück und nutzt später nachgewachsene Schösslinge. Zur Ernte werden ringförmige Einschnitte und senkrechte Längsschnitte in die Rinde gemacht. Die borkige Schale wird dann abgeklopft, abgelöst, in der Sonne getrocknet und später weiterverarbeitet.

Chinarinde ist eine typische Bitterstoff-Droge und vermag die Speichel- und Magensaftsekretion anzuregen.


Wissenschaftlicher
Name:

 

 

Cinchona pubescens Vahl

Familie:
 

Rötegewächse (Rubiacea)

Unterfamilie:
 

Cinchonoideae

Gattung

Chinarindenbäume (Cinchona)

Synonyme/Trivialnamen:

Cinchona succirubra Pav., Apothekerrinde, Rote Chinarinde, Fieberrinde, Jesuitenrinde
7.5.2026
# Wirkstoffe

Chinarinde in der Homöopathie

In der Homöopathie werden Chinarinden von Cinchona pubescens Vahl (C. succirubra Pav.) und verwandten Cinchona-Arten als Ausgangssubstanz verwendet.

Aus der getrockneten Rinde (Cinchonae cortex) wird eine Urtinktur hergestellt, die anschließend nach den Angaben des Europäischen Arzneibuches (Ph.Eur.) und des Homöopathischen Arzneibuches (HAB) stufenweise zum Beispiel zu D- oder C-Potenzen potenziert wird. Die gängigen Potenzen für die Selbstmedikation von China sind D6 und D12.

Chinarinde

 

Wie erkennt man einen akuten China-Zustand?

Der akute Zustand eines Menschen, der China benötigt, ist typischerweise geprägt durch starke Erschöpfung nach Flüssigkeits- oder Substratverlust. Auslöser können Blutverlust (z. B. Menstruation), Erbrechen, Durchfall, starkes Schwitzen oder lange Krankheitsepisoden sein. Die Betroffenen wirken ausgezehrt, kraftlos und sind zugleich überempfindlich gegenüber äußeren Reizen. Geräusche, Gerüche, Berührung und sogar leichte Zugluft werden als unangenehm empfunden und können die Beschwerden sogar verschlimmern. Eine Verbesserung hingegen kann durch Wärme, festen Druck und durch Schlaf erzielt werden.

Im Verdauungstrakt zeigt China vor allem Blähungen und Durchfall als typische Beschwerden, häufig im Zusammenhang mit allgemeiner Schwäche. Charakteristisch ist ein aufgetriebener Bauch mit Gasbildung, wobei das Entweichen von Luft meist keine spürbare Erleichterung bringt. Zudem kann es zu Verdauungsstörungen mit wechselndem Stuhlgang kommen.

Das Gemüt ist bei China-Patienten oft depressiven Verstimmungszuständen mit deren Begleitbeschwerden unterworfen.

Ein weiteres Leitsymptom ist die periodisch auftretende Verschlechterung von Symptomen, insbesondere auch von periodisch oder wellenartig auftretendem Fieber. Sollte eine Malariaerkrankung in Verdacht stehen – historisch ist China das Mittel gegen Malaria muss allerdings unbedingt eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden.  

Was die Geschichte erzählt – Historischer Hintergrund

Der berühmte Selbstversuch von Dr. Samuel Hahnemann mit der Chinarinde gilt als Ausgangspunkt der Homöopathie. Hahnemann nahm wiederholt Chinarinde zu sich und entwickelte daraufhin ein Beschwerdebild, das dem der Malaria ähnelte. Aus dieser Beobachtung schloss er, dass ein Stoff der beim Gesunden bestimmte Symptome hervorruft, ähnliche Symptome bei einem Erkrankten heilen kann.

Er erkannte, dass dazu die ursprünglich wirksame und potenziell giftige Substanz durch schrittweise Verdünnung und Verschüttelung (Potenzierung und Dynamisierung) so aufbereitet werden muss, dass ihre direkte stoffliche Wirkung stark abgeschwächt ist. In dieser Form kann sie dann verträglich angewendet werden.

Dieses Prinzip formulierte er später als Similia Similibus Curentur („Ähnliches möge durch Ähnliches geheilt werden“) und legte damit die Grundlage der homöopathischen Arzneimittellehre.

 

Die Chinarinde spannt damit einen Bogen

  • von der indigenen Heilpflanze der Anden,
  • über die dramatische Geschichte der Gräfin von Chinchón, die der Legende nach durch das Fieberrindenpulver vom Wechselfieber geheilt und dieses dann mit nach Europa gebracht haben soll,
  • über die Verbreitung der Jesuitenrinde in Europa durch die Jesuiten im 17. Jahrhundert, bis hin
  • zur modernen Verwendung als Ausgangsstoff für Chininpräparate und
  • als die klassische homöopathische Arznei China.
ABSTANDSHALTER - 50px
ABSTANDSHALTER - 50px
ABSTANDSHALTER - 50px
ABSTANDSHALTER - 50px

Homöopathische Anwendung von China

Die wissenschaftliche Sachverständigenkommission für homöopathische Arzneimittel in Deutschland, die Kommission D, formuliert für China folgende Anwendungsgebiete, die dem homöopathischen Arzneimittelbild dieser Arznei entsprechen:

Dazu gehören bspw.:

  • Durchfälle
  • Verdauungsschwäche
  • Gallenkoliken
  • Periodisch auftretendes Fieber
  • Blutarmut (Anämie)
  • Allgemeine Entkräftung
  • Hautausschlag
  • Nervenschmerzen (Neuralgien)

 

ABSTANDSHALTER - 50px
ABSTANDSHALTER - 50px

Artikel von


christine-vinzent.png

Christine Vinzent

  • Heilpraktikerin
  • Medical Writer
  • BTA
ABSTANDSHALTER - 100px
ABSTANDSHALTER - 100px

Ausgewählte Präparate mit diesem Wirkstoff

ABSTANDSHALTER - 50px
#
  • laktosefrei
  • glutenfrei

Entgiftung

Hepa-Gastreu® N R7

Unterstützung der Entgiftung über die Leber

Details anzeigen
ABSTANDSHALTER - 50px